Wenn der Geruchssinn nachläßt :
Gute und schlechte Riecher
Es gibt gute und schlechte Riecher. Frauen können in
der Regel besser riechen als Männer.
Raucher gehören eher zu den schlechteren Riechern, weil nämlich der Zigarettenrauch den Riechzellen schadet. Auch Medikamente oder Chemikalien können
dem Geruchssinn zusetzen. Anders als andere
Sinneszellen können Riechsinneszellen sich aber regenerieren, und so erlangen Raucher, wenn sie ihr Laster aufgegeben haben, wieder einen besseren Geruchssinn. Dennoch: Oft wird schon ab dem 40.Lebensjahr der Geruchssinn schlechter. Das betrifft sowohl die Wahrnehmung eines Geruches als
auch seine Identifizierung.
Welche Ursachen sich dahinter verbergen ist noch
nicht abschließend geklärt, aber sicher spielt auch
hier der altersbedingte "Verschleiß" der Geruchszellen eine Rolle. Hyposmie nennen Ärzte dagegen eine Erkrankung, bei der das Riechvermögens teilweise verloren gegangen ist. Anosmie, ist der medizinische Begriff für die vollständige Zerstörung des Geruchssinns. Ein gestörter oder fehlender Geruchssinn ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber auch keineswegs ungefährlich. Schließlich fehlt ein wichtiges Alarmsystem; Denn der Geruchssinn kann auf Gefahren wie etwa Brände oder giftige Dämpfe aufmerksam machen. Ohne ihn würden wir auch nicht vor verdorbenen Lebensmitteln gewarnt.
Der Geruchsverlust kann langsfristig auch zu Appetitlosigkeit, ja sogar zu Depressionen führen.
Wer schlecht riecht könnte krank sein? Ein schlechtes Riechvermögen kann aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen, z.B Diabetes, Bluthochdruck, Mangel- oder Fehlernährung, oder sogar Parkinson oder Alzheimer. Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 80 % aller Parkinson-Patienten olfaktorische Störungen aufweisen. Ungefähr die gleichen Zahlen gelten für Alzheimerkranke. Die Ursache für die Geruchsstörungen liegen bei beiden Erkrankungen nicht gestörten Riechsinneszellen, sondern direkt im Gehirn. Im Riechhirn - dem Bulbus olfactorius - lassen sich Zellschäden nachweisen.
(Einige Forscher vermuten sogar, dass Parkinson im bulbus olfacorius ausgelöst wird; durch Viren, die über die Nase ins Gehirn gelangen. Im Tierversuch konnten zumindest Viren, die nasal appliziert wurden, später im Riechhirn nachgewiesen werden.)
Riechtest erkennt Parkinson
Das Riechvermögen ist bei Parkinson- und Alzheimerkranken schon im ganz frühen Krankheitsstadium gestört und bietet sich deswegen für die frühe Diagnose der Erkrankung an. Dazu wurde von Erlanger Wissenschaftlern vor zwei Jahren ein spezieller Geruchstest entwickelt. Sogenannte Sniffin-Sticks, spezielle Duftstifte, die aussehen wie gewöhnliche Filzstifte und nach Zimt, Haushaltsreiniger, Pizza, Orange, Terpentin oder Pfefferminz riechen. 16 verschiedene Gerüche aus der Alltagswelt stecken in den Duftstiften. Sie helfen bei dem Riechtest Aussagen über die Identifizierung eines Geruchs zu treffen sowie die Geruchsschwelle zu ermitteln. Diese Reichtests werden neuerdings von vielen HNO-Ärzten eingesetzt.
Größe ist nicht alles ?
Beim Riechen anscheinend doch, fanden Mediziner in einer Studie der Universität Köln heraus . Entscheidend sind die Ausmaße der Nasenhöhle. Hier liegen die über 10 Millionen Riechzellen, die Gerüche aufnehmen. Enge Nasenlöcher verhindern jedoch, daß alle
Duftmoleküle die Schleimhäute erreichen und Gerüche
" ungefiltert" wahrgenommen werden.
Die Funktion der Nase wird oft unterschätzt. Im Allgemeinen gelten Augen und Ohren als die
wichtigeren Sinnesorgane. Ein ausgeprägter Geruchssinn trägt jedoch zur Lebensqualität bei.
Man denke nur an eine duftende Blume oder ein gutes Essen. Andererseits schützt ein intakter
Riechkolben auch vor Schäden, indem er zum Beispiel verdorbenes Essen erkennt.
